Mireille Mathieu und die musikalische Geschichte einer Stadt
„Avignon“
- Avignon ist eine Stadt, die man zunächst mit Geschichte verbindet.
- Mit dem Papstpalast, der berühmten Brücke über die Rhône und der besonderen Atmosphäre der Provence.
- Doch Avignon hat auch eine Stimme.
- Eine Stimme, die weit über Frankreich hinaus bekannt geworden ist.
- Diese Stimme gehört Mireille Mathieu.
- Und deshalb beginnt die Geschichte von „Musik aus Europa“ hier nicht mit einem Lied, sondern mit einer Stadt.
„Der Spatz von Avignon“
- Mireille Mathieu wurde am 22. Juli 1946 in Avignon geboren.
- Sie war das älteste von insgesamt vierzehn Kindern von Roger und Marcelle Mathieu.
- Ihr Vater arbeitete als Steinmetz.
- Die Familie lebte unter einfachen Bedingungen.
- Trotz dieser bescheidenen Verhältnisse spielte Musik in ihrem Leben schon sehr früh eine wichtige Rolle.
- Mireille sang bereits als kleines Kind vor Publikum.
- Nach ihrer eigenen Biografie trat sie mit vier Jahren erstmals bei einer Mitternachtsmesse auf.
- Schon damals stand für sie ein großer Wunsch fest.
- Sie wollte Sängerin werden.
- Ihr großes Vorbild war Édith Piaf.
„Eine Stimme aus Avignon“
- Die Verbindung zwischen Mireille Mathieu und Avignon entstand also nicht erst durch ihre spätere Karriere.
- Sie war von Anfang an Teil ihres Lebens.
- Sie wuchs in der Stadt auf.
- Sie besuchte dort die Schule.
- Sie sang dort.
- Und sie begann dort, ihren Traum von einer Karriere als Sängerin zu verfolgen.
- Damit wurde Avignon zu weit mehr als ihrem Geburtsort.
- Die Stadt wurde zum Ausgangspunkt ihrer gesamten Geschichte.
„La vie en rose“
- Ein entscheidender Moment kam im Jahr 1964.
- Mireille Mathieu war gerade achtzehn Jahre alt, als sie in Avignon den Gesangswettbewerb „On chante dans mon quartier“ gewann.
- Sie sang dabei „La vie en rose“, das berühmte Lied von Édith Piaf.
- Dieser Erfolg war für ihre weitere Entwicklung von großer Bedeutung.
- Aus dem jungen Mädchen aus Avignon wurde eine Sängerin, die nun zunehmend Aufmerksamkeit bekam.
- Die Stadt selbst wurde damit zum Ausgangspunkt für ihren nächsten Schritt.
„Édith Piaf“
- Die Verbindung zu Édith Piaf blieb für Mireille Mathieu von besonderer Bedeutung.
- Piaf war nicht einfach irgendein Vorbild.
- Sie verkörperte für Mireille Mathieu die Möglichkeit, mit einer außergewöhnlichen Stimme aus einfachen Verhältnissen eine internationale Karriere aufzubauen.
- Dass Mireille Mathieu ausgerechnet mit „La vie en rose“ den Wettbewerb in ihrer Heimatstadt gewann, macht diese Verbindung besonders eindrucksvoll.
- Avignon wurde damit zum Ort, an dem sich Vorbild, Talent und eigener Lebensweg zum ersten Mal miteinander verbanden.
„Der nächste Schritt“
- Nach ihrem Erfolg in Avignon führte der Weg weiter nach Paris.
- 1965 folgte ihr erster großer Fernsehauftritt in der französischen Sendung „Télé Dimanche“.
- Am 21. November 1965 erschien die junge Sängerin im französischen Fernsehen.
- Sie sang Lieder von Édith Piaf.
- Damit wurde sie einem großen Publikum bekannt.
- Nur kurze Zeit später folgte ihr erster Auftritt im Pariser Olympia.
„Johnny Stark“
- Eine entscheidende Rolle auf diesem Weg spielte Johnny Stark.
- Er erkannte das außergewöhnliche Potential der jungen Sängerin und wurde ihr Manager.
- Damit begann eine Zusammenarbeit, die Mireille Mathieu über viele Jahre begleiten sollte.
- Aus dem Talent aus Avignon wurde eine professionell aufgebaute internationale Sängerin.
- Der Schritt von der Heimatstadt auf die großen Bühnen war geschafft.
„La Demoiselle d’Avignon“
- Mit dem wachsenden Erfolg entstand auch ein Name, der untrennbar mit ihrer Herkunft verbunden wurde.
- Mireille Mathieu wurde zur „La Demoiselle d’Avignon“.
- Aus der jungen Sängerin wurde schließlich der „Spatz von Avignon“.
- Dieser Name war mehr als ein hübscher Beiname.
- Er stellte eine direkte Verbindung zwischen der internationalen Sängerin und ihrer Heimatstadt her.
- Wer Mireille Mathieu sagte, dachte deshalb schon früh auch an Avignon.
- Und wer Avignon mit Mireille Mathieu verband, bekam ein musikalisches Bild dieser Stadt.
„Der Spatz fliegt hinaus“
- Die Karriere von Mireille Mathieu blieb nicht auf Frankreich beschränkt.
- Ihre Stimme wurde international bekannt.
- Sie sang in zahlreichen Sprachen und trat auf Bühnen in Europa und auf anderen Kontinenten auf.
- Ihre offizielle Biografie nennt mehr als 1.200 aufgenommene Titel in elf Sprachen.
- Dazu gehören unter anderem Französisch, Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Russisch, Finnisch, Japanisch, Chinesisch, Katalanisch und Provenzalisch.
- Allein in Deutschland nahm sie nach Angaben ihrer offiziellen Biografie mehr als 400 Titel auf und verkaufte dort 37 Millionen Platten.
- Damit wurde aus der Sängerin von Avignon eine europäische und schließlich internationale Interpretin.
- Doch ihre Herkunft blieb Teil ihrer öffentlichen Identität.
- Der „Spatz von Avignon“ hatte seine Heimatstadt nicht verloren.
- Er trug ihren Namen vielmehr in die Welt hinaus.
„Frankreich und Deutschland“
- Besonders interessant ist dabei ihre Verbindung zu Deutschland.
- Mireille Mathieu wurde in Deutschland zu einer äußerst erfolgreichen französischen Sängerin.
- Ihre deutschsprachigen Aufnahmen machten sie einem Publikum bekannt, das nicht unbedingt französische Chansons hörte.
- Sie sang nicht nur für Deutschland.
- Sie sang auch auf Deutsch.
- Damit entstand eine besondere musikalische Verbindung zwischen Frankreich und Deutschland.
- Und genau hier bekommt „Musik aus Europa“ seinen eigentlichen Sinn.
- Musik kennt keine Grenze, die eine Sprache nicht überwinden könnte.
„Mein Name ist Jakob Diener“
- „Ich bin freiberuflicher Journalist aus Nordrhein-Westfalen in Deutschland.“
- Musik begleitet mich allerdings nicht erst seit heute.
- Meine eigene Geschichte mit der Musik begann bereits viele Jahre bevor ich selbst als Berufsmusiker auf der Bühne stand.
„Von der E-Gitarre zur Musik“
- Ich bin direkt mit der E-Gitarre in die Welt der Musik eingestiegen.
- Eine wichtige Station auf diesem Weg war das Musikhaus Herrmann in Erkelenz und Heinz Herrmann, bei dem ich meine erste E-Gitarre kaufte und bei ihm auch das Gitarrenspiel lernte.
- Meine Verbindung zu Heinz Herrmann und zum Musikhaus Herrmann entstand in den 1980er-Jahren.
- Aus dem Interesse an der Musik wurde mit der Zeit eine immer größere Leidenschaft.
- Und irgendwann wurde aus der Leidenschaft mein Beruf.
„Viele Jahre als Berufsmusiker“
- Ich war anschließend rund 25 bis 30 Jahre als Berufsmusiker tätig.
- Damit war Musik für mich nicht mehr nur ein Hobby.
- Sie wurde zu einem Teil meines beruflichen Lebens.
- Ich habe die Musik nicht nur gehört, sondern selbst gemacht, auf der Bühne gestanden und erlebt, was es bedeutet, als Musiker seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
„Warum Mireille Mathieu zu „Musik aus Europa“ gehört“
- Vielleicht ist genau das auch der Grund, warum ich Künstler wie Mireille Mathieu nicht ausschließlich aus der Perspektive eines Hörers betrachte.
- Mich interessiert nicht nur ein Lied.
- Mich interessiert die Geschichte dahinter.
- Mich interessiert, wo ein Künstler herkommt, wie eine musikalische Karriere entsteht und welche Verbindung zwischen einem Menschen, einer Stadt und seiner Musik entsteht.
- Bei Mireille Mathieu führt diese Verbindung direkt nach Avignon.
- Und genau deshalb gehört ihre Geschichte für mich auf „Musik aus Europa“.
„An einem Sonntag in Avignon“
- 1970 erschien schließlich ein Lied, das die Verbindung zwischen Mireille Mathieu und ihrer Heimatstadt auch im deutschen Sprachraum unmittelbar hörbar machte.
- Der Titel lautete:
- „An einem Sonntag in Avignon“.
- Das Lied wurde von Christian Bruhn komponiert.
- Den Text schrieb Georg Buschor.
- Produziert wurde die Aufnahme von Gerhard Hämmerling.
- Die Single erschien 1970 bei Ariola.
„Ein Lied über Avignon“
- Bemerkenswert ist nicht allein der Erfolg des Liedes.
- Bemerkenswert ist vor allem sein Titel.
- Avignon steht darin nicht nur für einen geografischen Ort.
- Avignon wird zum musikalischen Bild.
- Die Stadt, in der Mireille Mathieu geboren wurde.
- Die Stadt, in der sie als Kind sang.
- Die Stadt, in der sie 1964 ihren Gesangswettbewerb gewann.
- Die Stadt, von der aus ihre Karriere begann.
- Und nun eine Stadt, deren Name in Deutschland durch ihre Stimme bekannt wurde.
„Der Erfolg“
- „An einem Sonntag in Avignon“ erreichte 1970 in Deutschland Platz 13 der Single-Charts.
- In Österreich kam das Lied bis auf Platz 10 und blieb dort acht Wochen in den Charts.
- Damit wurde aus der Verbindung zwischen Sängerin und Heimatstadt auch ein messbarer Erfolg im deutschsprachigen Raum.
- Das Lied war damit nicht nur irgendeine deutschsprachige Aufnahme von Mireille Mathieu.
- Es war eine musikalische Rückkehr zu ihren Wurzeln.
- Nur diesmal erzählte sie von Avignon nicht mehr aus der Perspektive eines Kindes.
- Ihr Name war inzwischen international bekannt.
„Avignon als musikalisches Zuhause“
- Genau hier liegt die besondere Bedeutung des Liedes.
- Viele Künstler werden mit einem bestimmten Ort verbunden.
- Bei Mireille Mathieu ist diese Verbindung außergewöhnlich stark.
- Sie wurde in Avignon geboren.
- Sie wuchs dort auf.
- Dort begann ihre musikalische Entwicklung.
- Dort gewann sie ihren ersten wichtigen Wettbewerb.
- Und später wurde der Name dieser Stadt Bestandteil eines ihrer bekanntesten deutschsprachigen Lieder.
- Avignon und Mireille Mathieu gehören deshalb in ihrer öffentlichen Wahrnehmung untrennbar zusammen.
„Die Stimme der Provence“
- Mireille Mathieu war keine klassische Interpretin der provenzalischen Volksmusik.
- Sie war eine französische Chanson- und Unterhaltungssängerin mit einer internationalen Karriere.
- Trotzdem wurde sie für viele Menschen zu einer musikalischen Botschafterin Südfrankreichs.
- Das lag nicht zuletzt an ihrer Herkunft.
- Der Name Avignon begleitete ihre Karriere.
- Und mit dem „Spatz von Avignon“ entstand ein Bild, das bis heute funktioniert.
- Es verbindet die große internationale Bühne mit einer konkreten Stadt.
„Eine außergewöhnliche Karriere“
- Aus dem kleinen Mädchen aus einer kinderreichen Familie wurde eine Sängerin von internationalem Rang.
- Sie trat mit großen internationalen Künstlern auf.
- Sie sang in zahlreichen Sprachen.
- Sie veröffentlichte eine enorme Zahl von Aufnahmen.
- Und sie wurde zu einer kulturellen Botschafterin Frankreichs.
- Ihre offizielle Biografie spricht von mehr als 185 Millionen verkauften Tonträgern weltweit und einer Karriere von mehr als fünf Jahrzehnten.
- Doch bei all diesen Zahlen darf man den Ausgangspunkt nicht vergessen.
- Avignon.
- Dort begann die Geschichte.
„Vom Mädchen zum Spatz“
- Vielleicht lässt sich die Entwicklung von Mireille Mathieu deshalb am einfachsten als Weg beschreiben.
- Vom Kind, das in einer Mitternachtsmesse sang.
- Zum Mädchen, das „La vie en rose“ in Avignon vortrug.
- Zur Gewinnerin eines Gesangswettbewerbs.
- Zur jungen Sängerin im französischen Fernsehen.
- Zum Star auf den großen Bühnen.
- Und schließlich zum „Spatz von Avignon“.
- Der Name blieb.
- Die Stadt blieb.
- Nur die Bühne wurde immer größer.
„Avignon bleibt“
- Mireille Mathieu wurde im Laufe ihrer Karriere zu einer internationalen Persönlichkeit.
- Sie sang in Europa, in Amerika und in vielen anderen Teilen der Welt.
- Doch ihr Name blieb mit Avignon verbunden.
- Das ist vielleicht das Besondere an dieser Geschichte.
- Der internationale Erfolg löschte die Herkunft nicht aus.
- Er machte sie noch sichtbarer.
„Musik aus Europa“
- Auf „Musik aus Europa“ ist Mireille Mathieu deshalb mehr als eine Sängerin aus Frankreich.
- Sie steht für eine Form europäischer Musikgeschichte, in der ein Künstler aus einer konkreten Stadt heraus eine internationale Wirkung entfalten kann.
- Frankreich ist dabei der Ausgangspunkt.
- Avignon ist der Ort.
- Mireille Mathieu ist die Stimme.
- Und ihre deutschsprachigen Aufnahmen zeigen, wie Musik eine Verbindung zwischen europäischen Ländern schaffen kann.
„Der Kreis schließt sich“
- Am Ende führt die Geschichte wieder zurück nach Avignon.
- Dorthin, wo Mireille Mathieu geboren wurde.
- Dorthin, wo sie als Kind sang.
- Dorthin, wo sie 1964 mit „La vie en rose“ einen entscheidenden Schritt machte.
- Und dorthin, dessen Name später sogar in einem deutschsprachigen Erfolgslied weiterlebte.
- Damit schließt sich der Kreis.
- Der „Spatz von Avignon“ ist nicht einfach eine Bezeichnung für Mireille Mathieu.
- Er ist eine musikalische Verbindung zwischen einer Sängerin und ihrer Heimatstadt.
- Und vielleicht ist genau das die schönste Geschichte, die man über diesen Namen erzählen kann.
- Avignon gab Mireille Mathieu den Anfang.
- Mireille Mathieu gab Avignon eine Stimme.
- Und diese Stimme flog weit über die Grenzen Frankreichs hinaus.
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