„Eine Band, die sich ständig verändert hat“
- Blur gehören zu den britischen Rockbands, deren Geschichte weit über die großen Hits der 1990er-Jahre hinausgeht.
- Damon Albarn, Graham Coxon, Alex James und Dave Rowntree wurden zu einem der bekanntesten Quartette der britischen Musikgeschichte.
„Meine persönliche Verbindung zur Musik“
- „Mein Name ist Jakob Diener“ – Ich bin nicht nur freiberuflicher Journalist aus Nordrhein-Westfalen in Deutschland, sondern ich bin auch Berufsmusiker aus Leidenschaft.
- Deshalb betrachte ich eine Band wie Blur nicht ausschließlich aus journalistischer Sicht, sondern natürlich auch mit dem Blick eines Musikers.
- Gerade die musikalische Entwicklung dieser vier Musiker macht die Geschichte für mich besonders interessant.
- Doch Blur waren nie einfach nur die Band von „Parklife“, „Country House“ oder „Song 2“.
- Die Geschichte von Blur ist vielmehr eine Geschichte über musikalische Veränderung, persönliche Spannungen, Trennungen, Wiedervereinigungen und vier Musiker, die nach dem großen gemeinsamen Erfolg sehr unterschiedliche Wege eingeschlagen haben.
- Offiziell werden Blur heute mit sieben britischen Nummer-eins-Alben, zwei Nummer-eins-Singles, 13 Top-10-Singles und 10 Top-10-Alben geführt.
- Damit gehört die Band auch aus heutiger Sicht zu den erfolgreichsten britischen Rockgruppen ihrer Generation.
„Die Anfänge in London“
- Die Wurzeln von Blur reichen in die zweite Hälfte der 1980er-Jahre zurück.
- Damon Albarn und Graham Coxon kannten sich bereits aus ihrer Jugendzeit.
- Später kam Dave Rowntree hinzu.
- Aus diesem Umfeld entstand zunächst die Band Seymour.
- Graham Coxon brachte schließlich seinen Kommilitonen Alex James von Goldsmiths College dazu, als Bassist einzusteigen.
- Damit war die klassische Besetzung komplett.
- Seymour trat 1989 erstmals öffentlich auf.
- Als die Gruppe von Food Records unter Vertrag genommen werden sollte, verlangte das Label allerdings einen anderen Namen.
- Aus Seymour wurde schließlich Blur.
- Damit begann eine Karriere, die zunächst überhaupt nicht danach aussah, als würde sie später einmal die britische Popgeschichte prägen.
„Leisure und der erste Erfolg“
- 1991 erschien mit „Leisure“ das erste Studioalbum.
- Musikalisch war Blur zu diesem Zeitpunkt noch deutlich stärker von der damaligen britischen Indie-Szene, Madchester und Shoegaze beeinflusst.
- „There’s No Other Way“ entwickelte sich zum ersten größeren Hit und erreichte Platz acht der britischen Singlecharts.
- Das Album „Leisure“ kam in Großbritannien auf Platz sieben.
- Doch Damon Albarn und seine Bandkollegen wollten sich mit diesem Sound nicht zufriedengeben.
- Gerade diese Bereitschaft zur Veränderung sollte später zu einem der wichtigsten Merkmale der Band werden.
„Der bewusste Schritt zurück nach Großbritannien“
- Mit „Modern Life Is Rubbish“ begann 1993 eine entscheidende musikalische Neuorientierung.
- Blur wandten sich stärker britischen musikalischen Traditionen zu.
- The Kinks, The Beatles und The Jam gehörten zu den wichtigen Bezugspunkten.
- Gleichzeitig entwickelte Albarn einen immer ausgeprägteren Blick auf das britische Alltagsleben.
- Die Band begann damit, aus scheinbar gewöhnlichen Situationen, Menschen und gesellschaftlichen Beobachtungen Songs zu machen.
- „Modern Life Is Rubbish“ erreichte Platz 15 der britischen Albumcharts.
- Der große Durchbruch sollte erst ein Jahr später folgen.
„Parklife – der große Durchbruch“
- 1994 erschien „Parklife“.
- Dieses Album veränderte die Bedeutung von Blur innerhalb der britischen Musiklandschaft.
- „Girls & Boys“ wurde ein internationaler Hit.
- Der Titelsong „Parklife“ wurde mit dem Schauspieler Phil Daniels zu einem der bekanntesten Stücke der Britpop-Zeit.
- „To the End“ und „End of a Century“ zeigten gleichzeitig eine andere Seite der Band.
- „This Is a Low“ entwickelte sich zu einem der besonders geschätzten Stücke des Albums.
- „Parklife“ erreichte Platz eins der britischen Albumcharts und blieb insgesamt 120 Wochen in den britischen Charts.
- Damit war Blur endgültig in der ersten Reihe der britischen Musik angekommen.
„Blur und die Entstehung des Britpop“
- Mitte der 1990er-Jahre wurde Blur zu einem der zentralen Namen des Britpop.
- Dabei entstand allerdings eine etwas vereinfachte Rückschau.
- Blur waren zwar eine der wichtigsten Bands dieser Bewegung.
- Die Musik der Gruppe entwickelte sich jedoch schon während dieser Zeit weiter und entfernte sich später zunehmend von den klassischen Britpop-Mustern.
- Genau darin liegt ein wichtiger Unterschied zu einer Band, die ihren einmal gefundenen Stil einfach immer wieder reproduziert.
- Blur wollten ihren eigenen Sound immer wieder aufbrechen.
„1995 – Blur gegen Oasis“
- 1995 kam es zum wohl bekanntesten Chartduell der britischen Popgeschichte.
- Blur veröffentlichten „Country House“.
- Oasis traten gleichzeitig mit „Roll With It“ an.
- Die britischen Medien machten daraus einen regelrechten Wettbewerb zwischen zwei unterschiedlichen Vorstellungen von britischer Rockmusik.
- Blur gewannen diese konkrete Chartauseinandersetzung.
- „Country House“ erreichte Platz eins, während „Roll With It“ von Oasis Platz zwei belegte.
- Nach Angaben der Official Charts lag Blur damals mit rund 50.000 verkauften Exemplaren vorne.
- Aus heutiger Sicht ist dieses Duell fast größer geworden als die eigentliche Musik.
- Es wurde zu einem Symbol für die Britpop-Zeit.
„The Great Escape“
- Noch im selben Jahr erschien „The Great Escape“.
- Auch dieses Album erreichte Platz eins der britischen Albumcharts.
- Damit hatte Blur innerhalb von zwei Jahren zwei britische Nummer-eins-Alben veröffentlicht.
- Doch schon auf diesem Album waren Veränderungen erkennbar.
- Die Band begann sich von der Rolle zu lösen, die ihr die Musikindustrie und die Medien zugedacht hatten.
- Blur waren erfolgreich.
- Aber sie wollten nicht für immer nur die Britpop-Band bleiben.
„Der große musikalische Bruch“
- 1997 erschien das Album „Blur“.
- Der Titel war bewusst schlicht.
- Musikalisch war die Platte alles andere als schlicht.
- Die Band entfernte sich deutlich von der britischen Popästhetik der vorherigen Jahre.
- Amerikanischer Alternative Rock, Lo-Fi-Elemente und härtere Gitarren prägten den neuen Sound.
- Der bekannteste Beweis dafür war „Song 2“.
- Das berühmte „Woo-hoo“ machte den Song weltweit bekannt.
- In Großbritannien erreichte „Song 2“ Platz zwei.
- Das Album „Blur“ selbst ging auf Platz eins.
- Interessanterweise wurde ausgerechnet ein Song, der teilweise mit amerikanischem Alternative Rock spielte, zu einem der international bekanntesten Blur-Stücke überhaupt.
- Damit hatte die Band ihre eigene musikalische Vergangenheit praktisch selbst überholt.
„13 – die persönlichere Seite“
- 1999 erschien „13“.
- Das Album war deutlich dunkler und persönlicher.
- Songs wie „Tender“, „Coffee & TV“ und „No Distance Left to Run“ zeigten eine Band, die sich musikalisch und emotional weit von „Parklife“ entfernt hatte.
- Auch „13“ erreichte Platz eins der britischen Albumcharts.
- Damit hatte Blur innerhalb von nur sechs Jahren vier Studioalben hintereinander auf Platz eins gebracht.
„Der Ausstieg von Graham Coxon“
- Während der Arbeiten an „Think Tank“ kam es zum schwersten Bruch innerhalb der Band.
- Graham Coxon verließ Blur während der Aufnahmen.
- Damit fehlte ausgerechnet der Gitarrist, der seit den Anfängen zu Albarns musikalischem Gegenpol gehört hatte.
- Blur machten zunächst als Trio weiter.
- „Think Tank“ erschien 2003 und erreichte ebenfalls Platz eins der britischen Albumcharts.
- Es war damit das fünfte Nummer-eins-Album der Band.
- Doch die klassische Viererbesetzung war zunächst Geschichte.
- Und auch die einzelnen Musiker begannen längst, eigene Wege zu gehen.
„Vier Musiker – vier völlig unterschiedliche Welten“
- Genau hier beginnt der Teil der Blur-Geschichte, der für mich besonders interessant ist.
- Denn nach dem großen gemeinsamen Erfolg entwickelten sich die vier Musiker erstaunlich unterschiedlich.
- Damon Albarn wurde zum musikalischen Weltreisenden und gründete gemeinsam mit Jamie Hewlett Gorillaz.
- Graham Coxon entwickelte eine umfangreiche Solokarriere und arbeitete zunehmend auch als Film- und Fernsehmusiker.
- Alex James zog sich auf einen Bauernhof in den Cotswolds zurück und wurde Käseproduzent, Landwirt, Autor und Festivalveranstalter.
- Dave Rowntree verband Musik mit Computertechnik, Animation, Recht, Rundfunk und öffentlichem Engagement.
- Diese vier Entwicklungen verdienen jeweils ein eigenes Porträt.
- Denn eigentlich erzählen sie eine zweite Blur-Geschichte.
„Damon Albarn – aus Blur wird ein weltweites Musikprojekt“
- Damon Albarn blieb nicht bei Blur stehen.
- 1998 gründete er gemeinsam mit dem Comiczeichner Jamie Hewlett Gorillaz.
- Aus einer zunächst ungewöhnlichen Idee entwickelte sich eine virtuelle Band mit eigener visueller Welt und einer außergewöhnlichen Mischung aus Rock, Hip-Hop, elektronischer Musik und internationalen Einflüssen.
- Gorillaz wurden schließlich zu einem eigenständigen weltweiten Musikprojekt.
- Albarn arbeitete außerdem mit afrikanischen Musikern und gründete 2006 Africa Express.
- Aus dem zunächst als Veranstaltungsprojekt gestarteten Zusammenschluss entwickelte sich eine internationale musikalische Organisation mit zahlreichen Künstlern und Veröffentlichungen.
- Hinzu kamen Projekte wie The Good, the Bad & the Queen, Rocket Juice & The Moon, „Mali Music“ und verschiedene Soloarbeiten.
- Auch als Komponist für Bühne und Film wurde Albarn aktiv.
- „Monkey: Journey to the West“ wurde 2007 beim Manchester International Festival uraufgeführt und später unter anderem an der Royal Opera House und am Théâtre du Châtelet in Paris gezeigt.
- 2014 veröffentlichte Albarn mit „Everyday Robots“ sein erstes offizielles Soloalbum.
- 2021 folgte „The Nearer the Fountain, More Pure the Stream Flows“.
- Auch 2026 ist Albarns musikalische Welt längst nicht abgeschlossen.
- Gorillaz gehören weiterhin zu seinen zentralen Projekten, während er gleichzeitig als Komponist und Produzent mit zahlreichen anderen Künstlern arbeitet.
„Graham Coxon – der Gitarrist, der nie stehen blieb“
- Graham Coxon entwickelte sich nach seinem Ausstieg bei Blur ebenfalls weit über die ursprüngliche Bandrolle hinaus.
- Bereits 1998 hatte er sein erstes Soloalbum „The Sky Is Too High“ veröffentlicht.
- Es folgten zahlreiche weitere Veröffentlichungen.
- Dabei interessierte sich Coxon immer wieder für Lo-Fi, Garage Rock, Folk, experimentelle Musik und ungewöhnliche Klangstrukturen.
- Parallel arbeitete er als Komponist für Film und Fernsehen.
- Besonders bekannt wurde seine Arbeit für die Serie „The End of the F***ing World“.
- Hinzu kamen weitere kreative Projekte, darunter die Graphic Novel „Superstate“ und die Zusammenarbeit mit Rose Elinor Dougall als The Waeve.
- 2026 wurde sogar ein lange zurückgehaltenes Album veröffentlicht.
- „Castle Park“ entstand ursprünglich bereits 2011 während derselben Sessions, aus denen später „A+E“ hervorging.
- Das Album wurde schließlich am 19. Juni 2026 veröffentlicht.
- Coxon hat damit seine Solokarriere um ein Werk erweitert, das fast 15 Jahre auf seine Veröffentlichung warten musste.
„Alex James – vom Bassisten zum Käseproduzenten“
- Der Lebensweg von Alex James ist wahrscheinlich der ungewöhnlichste.
- James wurde 1968 in Bournemouth geboren.
- 1984 begann er Bass zu spielen.
- Über Goldsmiths College lernte er Graham Coxon kennen und wurde schließlich Bassist von Blur.
- Nach der großen Blur-Zeit veränderte sich sein Leben radikal.
- 2003 kauften Alex James und seine Frau Claire während ihrer Hochzeitsreise einen Bauernhof in den Cotswolds.
- Aus dem ehemaligen Rockmusiker wurde ein Landwirt.
- Und aus seiner Leidenschaft für Käse entwickelte sich ein eigenes Geschäft.
- Bereits Mitte der 2000er-Jahre begann James mit der Käseproduktion.
Seine Käse tragen Namen wie „Blue Monday“.
- Damit verbindet er seine beiden Lebenswelten miteinander.
- Musik und Lebensmittel werden bei Alex James nicht getrennt, sondern gehören inzwischen zu einem gemeinsamen Konzept.
- Dazu kommen Bücher und journalistische Arbeiten.
- Seine Memoiren „A Bit of a Blur“ erschienen 2007.
- „All Cheeses Great and Small“ folgte 2011.
- 2024 erschien „Over the Rainbow“, in dem James unter anderem die Rückkehr zu Blur und die Tournee von 2023 beschreibt.
- Seit 2011 veranstaltete James außerdem das Big Feastival auf seiner Farm.
- Das Konzept verbindet Musik, Essen und Familienveranstaltungen.
- Damit ist Alex James heute nicht einfach ein ehemaliger Blur-Bassist.
- Er hat aus seinem Namen eine eigene Verbindung von Musik, Landwirtschaft, Käse, Wein, Büchern und Veranstaltungen entwickelt.
„Dave Rowntree – der Musiker mit dem zweiten Berufsleben“
- Bei Dave Rowntree ist die Geschichte wiederum völlig anders.
- Schon lange bevor Blur zu einer erfolgreichen Rockband wurde, interessierte sich Rowntree für Computer.
- Sein Vater arbeitete als Systemanalytiker bei der BBC.
- Als Rowntree als Jugendlicher einen Commodore PET kennenlernte, entwickelte er eine starke Begeisterung für Computertechnik.
- Später arbeitete er unter anderem als Computerprogrammierer.
- Er gründete sogar die Computeranimationsfirma Nanomation.
- Seine technischen Interessen blieben auch während seiner Blur-Zeit erhalten.
- Besonders ungewöhnlich wurde seine Verbindung von Musik und Raumfahrt.
- Rowntree war an der europäischen Beagle-2-Marsmission beteiligt.
- Für die Mission wurde ein musikalisches Signal von Blur verwendet.
- Rowntree beschäftigte sich dabei besonders mit den Computer- und Datenübertragungssystemen der Mission.
- Daneben arbeitete er als Rundfunkmoderator, Podcaster, Film- und Fernsehmusiker sowie als Jurist mit Schwerpunkt Cybercrime.
- Von 2017 bis 2021 war Rowntree Mitglied des Norfolk County Council.
- Diese politische Tätigkeit gehört zu seiner öffentlich dokumentierten Biografie, ist aber nur ein Teil seines wesentlich breiteren beruflichen und gesellschaftlichen Engagements.
„Die Rückkehr der vier“
- Nach mehreren Jahren ohne gemeinsame Studioarbeit kam es 2009 zur großen Rückkehr von Blur.
- Graham Coxon war wieder dabei.
- Die Band spielte unter anderem große Konzerte und trat 2009 beim Glastonbury Festival auf.
- 2012 wurden Blur bei den BRIT Awards mit dem Preis für ihren herausragenden Beitrag zur Musik ausgezeichnet.
- 2015 folgte schließlich „The Magic Whip“.
- Das Album entstand aus Aufnahmen, die während eines Aufenthalts in Hongkong begonnen worden waren.
- Es wurde zum siebten Nummer-eins-Album der Band.
- Danach wurde es erneut ruhiger.
- Doch Blur war nicht endgültig verschwunden.
„The Ballad of Darren“
- 2023 überraschte die Band erneut.
- Mit „The Ballad of Darren“ erschien das neunte Studioalbum.
- Es war das erste neue Blur-Studioalbum seit „The Magic Whip“ von 2015.
- Das Album erreichte erneut Platz eins der britischen Albumcharts.
- Damit kamen Blur auf insgesamt sieben britische Nummer-eins-Alben.
- Songs wie „The Narcissist“, „St. Charles Square“ und „Barbaric“ zeigten eine deutlich reifere und zurückhaltendere Band.
- Es ging nicht darum, „Parklife“ noch einmal zu reproduzieren.
- Blur klangen 2023 wie vier Musiker, die ihre eigene Geschichte kannten und trotzdem nicht versuchten, ihre Vergangenheit künstlich wiederherzustellen.
„Wembley 2023“
- Ein besonderer Höhepunkt waren die beiden Konzerte im Londoner Wembley Stadium.
- Blur spielten dort vor einem riesigen Publikum.
- Die Konzerte wurden später als Livealbum und Konzertfilm dokumentiert.
- Damit wurde die Rückkehr nicht nur musikalisch, sondern auch filmisch festgehalten.
„Blur im Jahr 2026“
- Heute ist Blur deshalb weniger eine ständig aktive Band als eine Gruppe, deren Mitglieder immer wieder zu ihr zurückkehren.
- Das ist ein wichtiger Unterschied.
- Es gibt bislang kein zehntes reguläres Studioalbum.
- Gleichzeitig ist die Geschichte der einzelnen Musiker keineswegs abgeschlossen.
- Damon Albarn arbeitet weiter an Gorillaz, internationalen Projekten und Kompositionen.
- Graham Coxon hat 2026 mit „Castle Park“ ein lange verschollenes Album veröffentlicht und arbeitet weiter mit The Waeve.
- Alex James verbindet Musik weiterhin mit Landwirtschaft, Käse, Wein, Büchern und seinen Konzertprojekten.
- Dave Rowntree bleibt ebenfalls musikalisch und in verschiedenen Medienbereichen aktiv.
- Die vier Musiker sind damit heute weit mehr als nur die Mitglieder einer ehemaligen Britpop-Band.
„Was Blur so außergewöhnlich macht“
- Bei vielen erfolgreichen Bands lässt sich die Geschichte relativ einfach erzählen.
- Gründung.
- Erster Erfolg.
- Durchbruch.
- Höhepunkt.
- Trennung.
- Vielleicht eine Reunion.
- Bei Blur funktioniert dieses Schema nicht vollständig.
- Die Band hat sich musikalisch mehrfach neu erfunden.
- Aus der frühen Indieband wurde eine Britpop-Größe.
- Aus der Britpopband wurde eine experimentellere Rockband.
- Aus dem internationalen Erfolg entstand eine Phase persönlicher und musikalischer Spannungen.
- Aus der Trennung wurde eine Wiedervereinigung.
- Und aus der Wiedervereinigung entstanden später erneut neue Songs.
- Noch interessanter wird die Geschichte durch die vier Musiker selbst.
- Damon Albarn wurde zum internationalen Komponisten und musikalischen Netzwerker.
- Graham Coxon blieb der experimentierende Gitarrist und entwickelte eine eigenständige Solokarriere.
- Alex James verwandelte seine Leidenschaft für Essen und Landwirtschaft in eine zweite berufliche Welt.
- Dave Rowntree verband Musik mit Computertechnik, Animation, Recht, Medien und Raumfahrt.
„Mein Fazit“
Blur sind deshalb weit mehr als eine erfolgreiche britische Rockband der 1990er-Jahre.
Die eigentliche Besonderheit dieser Gruppe liegt für mich darin, dass vier Musiker mit einem gemeinsamen musikalischen Ausgangspunkt vier völlig unterschiedliche Lebenswege entwickelt haben.
Die Geschichte von Blur endet deshalb nicht mit „The Great Escape“.
Sie endet auch nicht mit „Song 2“.
Und sie endet nicht einmal mit der Wiedervereinigung von 2009 oder dem Album „The Ballad of Darren“.
Eigentlich beginnt genau dort eine zweite Geschichte.
Die Geschichte darüber, was aus Damon Albarn, Graham Coxon, Alex James und Dave Rowntree geworden ist.
Und genau diese vier Lebenswege sind so unterschiedlich, dass jeder einzelne Musiker ein eigenes Porträt verdient.
Damit wird aus der Geschichte einer Rockband gleichzeitig eine Geschichte über Musik, persönliche Veränderung, berufliche Neuorientierung und vier völlig unterschiedliche Vorstellungen davon, was ein Leben nach dem großen Band-Erfolg bedeuten kann.



