„Mein Name ist Jakob Diener“

  • Ich bin nicht nur freiberuflicher Journalist aus Nordrhein-Westfalen in Deutschland, sondern auch leidenschaftlicher Berufsmusiker.
  • Wenn ich heute auf die Punkrock- und Post-Hardcore-Szene der Jahre 2006 und 2007 zurückblicke, erinnere ich mich an eine Zeit, in der kleine Clubs, unabhängige Festivals und persönliche Begegnungen einen ganz besonderen Stellenwert hatten.
  • Es ging nicht allein darum, eine bekannte Band live zu erleben.
  • Es ging um die Menschen vor und hinter der Bühne, um unbekannte Vorgruppen, um lokale Bands, um Veranstalter, um Konzertbesucher und um jene Momente, die sich manchmal erst viele Jahre später als wertvolle Erinnerungen herausstellen.
  • Eine Band, die in dieser Zeit für mich besonders interessant ist, heißt The Draft.
  • Die amerikanische Punkrock- und Post-Hardcore-Band entstand 2006 aus dem Umfeld von Hot Water Music.
  • Mit Chris Wollard, Jason Black, George Rebelo und Todd Rockhill vereinte die Gruppe Musiker, die bereits Erfahrungen in der amerikanischen Punkrockszene gesammelt hatten.
  • Mit ihrem Album In a Million Pieces, das 2006 bei Epitaph Records erschien, schlugen The Draft ein eigenes musikalisches Kapitel auf.
  • Für mich ist die Geschichte dieser Band aber nicht nur wegen ihrer Musik interessant.
  • Besonders spannend ist die Frage, wo The Draft in Deutschland auftraten, welche Clubs und Festivals sie besuchten und welche anderen Bands bei diesen Konzerten auf den Plakaten standen.
  • Genau diesen Spuren möchte ich nachgehen.

„2006 – Eine Band macht sich auf den Weg“.

  • Das Jahr 2006 war für The Draft ein wichtiger Abschnitt.
  • Die Band war neu formiert und musste sich neben der Bekanntheit ihrer Mitglieder auch als eigenständiges Projekt etablieren.
  • Livekonzerte spielten dabei eine entscheidende Rolle.
  • Gerade im Punkrock und im Post-Hardcore entsteht die Verbindung zum Publikum häufig nicht durch große Werbekampagnen, sondern durch Tourneen, Mundpropaganda und die vielen kleinen Veranstaltungsorte, in denen Bands unmittelbar mit ihren Fans in Kontakt kommen.
  • Auch Deutschland war Teil dieser Konzertreise.
  • In archivierten Konzertübersichten finden sich für Oktober und November 2006 mehrere Auftritte von The Draft in deutschen Städten.
  • Dazu gehören Bremen, Wiesbaden, Münster, Karlsruhe, Trier, Heidelberg, München, Leipzig, Berlin, Hamburg und Köln.

„Am 24. Oktober 2006 ist ein Konzert in Bremen dokumentiert“

  • Bei der genauen Veranstaltungsstätte gibt es in den überlieferten Angaben unterschiedliche Bezeichnungen, weshalb dieser Punkt vor einer Veröffentlichung noch einmal überprüft werden sollte.
  • Am 25. Oktober führte die Tour nach Wiesbaden in den Schlachthof.
  • Am 27. Oktober stand Münster auf dem Programm.
  • Als Veranstaltungsort wird der Skaters Palace genannt, eine Adresse, die besonders für alternative Musik und Veranstaltungen aus dem Umfeld der Jugend- und Subkultur bekannt ist.
  • Am 28. Oktober folgte Karlsruhe mit dem Substage.
  • Am 29. Oktober ging es nach Trier ins Exhaus.
  • Am 30. Oktober wurde Heidelberg mit der Halle02 als weiterer Konzertort verzeichnet.
  • Schon diese Abfolge zeigt, wie weit die Reise durch Deutschland führte.
  • Die Konzerte verteilten sich über unterschiedliche Regionen und Veranstaltungsorte, von etablierten Clubs bis hin zu Einrichtungen, die eng mit der alternativen Kulturszene verbunden waren.
  • Für mich ist gerade diese Mischung interessant.
  • Punkrockgeschichte findet schließlich nicht nur in den großen Städten statt.
  • Sie entsteht ebenso in kleineren Clubs, in regionalen Veranstaltungszentren und bei Konzerten, deren Bedeutung sich nicht unbedingt an der Größe des Publikums messen lässt.

„November 2006 – Gemeinsam mit Samiam unterwegs“.

  • Besonders interessant wird die Spurensuche im November 2006.
  • In den archivierten Konzertangaben tauchen The Draft bei mehreren Terminen gemeinsam mit Samiam auf.
  • Die amerikanische Band Samiam gehört seit Jahren zu den wichtigen Namen im melodischen Punkrock und verbindet eingängige Melodien mit einer emotionalen, teilweise melancholischen Atmosphäre.
  • Für Fans dieser Musikrichtung waren gemeinsame Konzertabende mit The Draft und Samiam deshalb eine bemerkenswerte Kombination.
  • Am 9. November 2006 ist München mit dem Backstage als Konzertort dokumentiert.
  • Am 10. November führte die Reise nach Leipzig ins Conne Island.
  • Am 11. November stand Berlin mit dem Kato auf dem Programm.
  • Am 12. November folgte Hamburg mit dem Knust.
  • Am 13. November endete diese Folge deutscher Konzerttermine in Köln.
  • Als Veranstaltungsort wird das Bürgerhaus Stollwerck genannt.
  • Diese fünf Termine bilden einen besonders interessanten Abschnitt der damaligen Konzertgeschichte.
  • Sie zeigen, dass The Draft nicht nur einzelne Clubkonzerte spielten, sondern auch im Rahmen einer Tour unterwegs waren, bei der sich mehrere Bands und ihre jeweiligen Publika begegnen konnten.
  • In den überlieferten Besetzungsangaben werden für einzelne Termine neben The Draft und Samiam auch weitere Namen genannt.
  • Für München taucht beispielsweise Blank Promise auf.
  • Für Leipzig und Hamburg wird Jupiter Jones aufgeführt.
  • Für Berlin findet sich Anyway in einer entsprechenden Konzertübersicht.
  • Solche Angaben sind wertvoll, müssen aber mit der nötigen Sorgfalt gelesen werden.
  • Ein gemeinsamer Eintrag auf einem Konzertplakat oder in einem Archiv beweist nicht automatisch, welche Band den Abend eröffnete, welche als Hauptband spielte oder ob die aufgeführten Musiker tatsächlich bei jedem Termin in derselben Reihenfolge auftraten.
  • Gerade bei älteren Konzerten sind die Informationen oft unvollständig.
  • Alte Veranstaltungsseiten verschwinden, gedruckte Flyer werden nicht digitalisiert und persönliche Erinnerungen können sich mit der Zeit verändern.
  • Deshalb möchte ich die dokumentierten Namen festhalten, ohne aus unvollständigen Quellen eine vermeintlich lückenlose Geschichte zu machen.

„Jupiter Jones – eine Verbindung zur deutschen Szene“.

  • Der Name Jupiter Jones ist in diesem Zusammenhang besonders interessant.
  • Die Band stammt aus der Eifel und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem bekannten Namen der deutschen Musiklandschaft.
  • Ihre musikalische Geschichte ist eng mit einer Szene verbunden, in der sich Punkrock, Alternative Rock und deutschsprachige Texte auf unterschiedliche Weise begegneten.
  • Wenn Jupiter Jones in den Konzertaufzeichnungen im Umfeld von The Draft und Samiam auftauchen, wird deutlich, wie vielfältig solche Konzertabende sein konnten.
  • Hier trafen amerikanischer Punkrock und Post-Hardcore auf eine deutsche Band, die ihren eigenen Weg ging und sich später einem deutlich größeren Publikum erschließen sollte.
  • Solche Begegnungen sind für mich als Musiker besonders spannend.
  • Eine Band steht niemals völlig isoliert für sich.
  • Sie bewegt sich in einem Netzwerk aus anderen Gruppen, Veranstaltern, Clubs, Labels und Konzertbesuchern.
  • Manche dieser Kontakte bleiben auf einen gemeinsamen Abend beschränkt.
  • Andere Begegnungen können neue Fans hervorbringen, musikalische Einflüsse vermitteln oder dazu beitragen, dass Bands über Ländergrenzen hinweg wahrgenommen werden.
  • Ob sich aus einem konkreten Konzertabend persönliche Kontakte oder spätere musikalische Verbindungen entwickelten, lässt sich aus den verfügbaren Listen allein nicht ableiten.
  • Die dokumentierten gemeinsamen Termine zeigen jedoch, dass diese Bands zumindest im selben Konzertumfeld aufeinandertrafen.

„2007 – Der Sommer wird zur Bühne“.

  • Auch 2007 blieb The Draft in Europa und Deutschland präsent.
  • Die überlieferten Konzertlisten enthalten für August und September mehrere weitere Termine.
  • Dabei wird deutlich, dass die Band nicht ausschließlich in klassischen Clubs spielte, sondern auch bei Festivals und Open-Air-Veranstaltungen auftrat.
  • Am 15. August 2007 ist ein Konzert im AJZ Talschock in Chemnitz verzeichnet.
  • Am 16. August folgte Pukkelpop im belgischen Hasselt.
  • Das Festival zählt zu den bekannten europäischen Musikveranstaltungen und bringt traditionell Künstler aus unterschiedlichen Genres zusammen.
  • Am 17. August 2007 stand das Fallig Open Air in Enkirch an der Mosel auf dem Programm.
  • Am 18. August ging es zum NSE Open Air in Bieringen.
  • Am 19. August wurde München mit dem Backstage als Konzertort genannt.
  • Am 20. August folgte Saarbrücken mit der Garage.
  • Am 26. August taucht The Draft im Zusammenhang mit dem AREA4 Festival in Lüdinghausen auf.
  • Am 27. August ist Bremen mit dem Magazinkeller verzeichnet.
  • Am 29. August führte die Tour nach Wiesen in Österreich zum Festival TWOdays Aweek.
  • Am 30. August wurde Berlin mit dem Kato genannt.
  • Am 31. August folgte Lindau mit dem Club Vaudeville.
  • Am 1. September stand Frankfurt mit dem Nachtleben auf dem Programm.
  • Auch Amsterdam erscheint in den überlieferten Tourdaten, und zwar am 2. September 2007.
  • Diese Abfolge vermittelt einen Eindruck davon, wie international die Konzertreisen organisiert waren.
  • Zwischen kleineren Veranstaltungsorten, etablierten Clubs und Festivals lagen teilweise erhebliche Entfernungen.
  • Für die Bands bedeutete das lange Fahrten, wechselnde Bühnenbedingungen und immer wieder neue Publika.
  • Für Konzertbesucher wiederum boten solche Veranstaltungen die Gelegenheit, Bands zu entdecken, die sie sonst vielleicht nie live erlebt hätten.

„Fallig Open Air – die kleinen Namen verdienen Aufmerksamkeit“.

  • Das Fallig Open Air in Enkirch gehört zu den Stationen, die bei meiner Recherche besonders interessant geworden sind.
  • Für den 17. August 2007 wird The Draft im Zusammenhang mit dem Festival aufgeführt.
  • In den überlieferten Angaben finden sich neben der amerikanischen Band auch mehrere Namen aus dem Umfeld der kleineren Punkrock- und Alternative-Szene.
  • Dazu gehören Flutschfingers, The Universal Indicator, Second Monday und Vanilla Sky.
  • Weitere in Zusammenhang mit dem Festival genannte Acts sind Travolter, Coppelius und Profession Reporter.
  • Die genaue Zuordnung sämtlicher Bands zu einzelnen Tagen, Bühnen oder Spielzeiten sollte anhand des ursprünglichen Festivalprogramms überprüft werden.
  • Nicht jede archivierte Liste bildet den vollständigen Ablauf ab.
  • Trotzdem lohnt es sich, diese Namen festzuhalten.
  • Wenn heute über Punkrockkonzerte der 2000er-Jahre gesprochen wird, stehen häufig die bekanntesten Bands im Vordergrund.
  • Die kleineren Gruppen, die auf denselben Bühnen spielten, verschwinden dagegen schnell aus dem kollektiven Gedächtnis.
  • Dabei waren gerade solche Veranstaltungen wichtige Treffpunkte für die regionale Szene.
  • Eine Band konnte vor einem Publikum spielen, das ursprünglich wegen eines anderen Acts gekommen war.
  • Besucher konnten neue Musik entdecken, sich mit anderen Fans austauschen oder nach dem Konzert mit Musikern ins Gespräch kommen.
  • Für Nachwuchsbands bedeutete ein solcher Auftritt außerdem die Möglichkeit, sich einem Publikum vorzustellen, das über die eigene Heimatregion hinausging.
  • Ein Festival ist deshalb nicht nur eine Ansammlung von Namen auf einem Plakat.
  • Es ist ein zeitlich begrenzter Treffpunkt verschiedener musikalischer Welten.
  • Das gilt besonders für Veranstaltungen, bei denen internationale Bands und regionale Gruppen gemeinsam auftreten.

„NSE Open Air – weitere Spuren im August 2007“.

  • Am 18. August 2007 ist The Draft beim NSE Open Air in Bieringen verzeichnet.
  • In den archivierten Angaben werden außerdem Waikiki Beach Bombers und Mongrel im Zusammenhang mit der Veranstaltung genannt.
  • Auch hier zeigt sich die Bedeutung der kleineren Festivaltermine.
  • Neben den bekannten Namen aus dem internationalen Punkrock konnten weitere Bands Teil eines Programms sein, das für das Publikum vor Ort ein eigenständiges Erlebnis darstellte.
  • Die genaue Spielreihenfolge und die Frage, welche Band zu welcher Uhrzeit auftrat, lassen sich aus den bloßen Namenslisten nicht zuverlässig rekonstruieren.
  • Für eine historische Betrachtung ist das kein Grund, die Veranstaltung zu übergehen.
  • Es ist vielmehr ein Anlass, zwischen gesicherten Informationen und offenen Fragen zu unterscheiden.
  • Wenn ein Konzertarchiv einen Auftritt dokumentiert, ist das bereits eine wichtige Spur.
  • Wenn zusätzlich weitere Bands aufgeführt werden, entsteht daraus ein Bild des damaligen musikalischen Umfelds.
  • Dieses Bild ist nicht immer vollständig.
  • Aber es kann helfen, die Szene jener Jahre wieder sichtbarer zu machen.

„AREA4 – Punkrock zwischen Club und Festival“.

  • Am 26. August 2007 führte die Tour zum AREA4 Festival nach Lüdinghausen in Nordrhein-Westfalen.
  • Für mich ist dieser Termin besonders interessant, weil Nordrhein-Westfalen selbst eine lange Geschichte alternativer Musik, unabhängiger Veranstaltungsorte und regionaler Konzertkultur besitzt.
  • The Draft standen dort in einem Festivalumfeld, in dem neben internationalen Acts auch Bands aus dem deutschsprachigen Raum und der Alternative-Szene präsent waren.
  • In den überlieferten Zusammenstellungen zum Festivalumfeld werden unter anderem Boozed, The Films, Jingo de Lunch, Madsen und Sparta genannt.
  • Dabei ist wichtig, diese Namen nicht automatisch als direkte Vorgruppen von The Draft zu bezeichnen.
  • Die bloße Zugehörigkeit zu einem Festivalprogramm belegt nicht, dass alle genannten Künstler am selben Tag oder auf derselben Bühne spielten.
  • Das AREA4 steht in diesem Zusammenhang vielmehr für eine größere Festivalstruktur, in der unterschiedliche musikalische Stilrichtungen zusammenkamen.
  • Für Besucher bedeutete das die Möglichkeit, mehrere Bands innerhalb eines Veranstaltungstages zu erleben.
  • Manche kamen gezielt wegen eines bestimmten Namens, andere entdeckten Künstler spontan zwischen den einzelnen Auftritten.
  • Gerade diese Offenheit macht Festivals für die Musikkultur interessant.
  • Ein Konzert in einem kleinen Club kann sehr persönlich sein.
  • Ein Festival wiederum ermöglicht Begegnungen mit einer größeren und vielfältigeren Szene.
  • Beide Formen haben ihren eigenen Reiz und tragen dazu bei, dass Musik nicht nur über Tonträger, sondern vor allem über gemeinsame Erlebnisse vermittelt wird.

„Die Clubs – Orte, an denen Geschichte entsteht“.

  • Beim Blick auf die Konzertdaten fällt auf, wie viele unterschiedliche Veranstaltungsorte The Draft innerhalb dieser beiden Jahre besuchten.
  • Dazu gehörten unter anderem der Schlachthof in Wiesbaden, der Skaters Palace in Münster, das Substage in Karlsruhe, das Exhaus in Trier, die Halle02 in Heidelberg, das Backstage in München, das Conne Island in Leipzig, das Kato in Berlin, das Knust in Hamburg und das Bürgerhaus Stollwerck in Köln.
  • Jeder dieser Orte steht für ein eigenes Umfeld und eine eigene Geschichte.
  • Clubs und alternative Kulturzentren sind häufig weit mehr als Räume, in denen eine Band ihre Instrumente aufbaut und ein Konzert spielt.
  • Sie sind Treffpunkte für Menschen mit ähnlichen Interessen.
  • Dort entstehen Freundschaften, musikalische Projekte und neue Ideen.
  • Dort werden Flyer verteilt, Platten getauscht und Kontakte geknüpft.
  • Für Bands können solche Orte zu wichtigen Stationen einer längeren Entwicklung werden.
  • Ein Konzert ist dann nicht bloß ein Termin im Tourplan, sondern ein weiterer Baustein in der Geschichte einer Gruppe.
  • Auch aus journalistischer Sicht sind diese Veranstaltungsorte wichtig.
  • Wer sich mit der Musikgeschichte einer bestimmten Zeit beschäftigt, sollte nicht ausschließlich die großen Festivals und die bekanntesten Bands betrachten.
  • Oft sind es die kleineren Bühnen, die zeigen, wie eine Szene tatsächlich funktioniert hat.

„Was die Konzertarchive erzählen – und was offenbleibt“.

  • Die Recherche zu historischen Konzerten bringt eine besondere Herausforderung mit sich.
  • Viele Informationen stammen aus Konzertarchiven, alten Veranstaltungsseiten, Festivalübersichten und Einträgen, die von Fans oder Veranstaltern zusammengetragen wurden.
  • Solche Quellen sind wertvoll, aber nicht immer vollständig.
  • Manchmal unterscheiden sich die Angaben zu einer Spielstätte.
  • In anderen Fällen wird zwar eine Band genannt, aber nicht eindeutig erklärt, ob sie als Vorgruppe, Co-Headliner oder Teil eines größeren Festivalprogramms auftrat.
  • Auch die Schreibweise einzelner Bandnamen kann in älteren Listen variieren.
  • Deshalb müssen Konzertdaten sorgfältig gegeneinander geprüft werden, bevor sie als endgültige Fakten veröffentlicht werden.
  • Für diesen Beitrag bedeutet das, dass die dokumentierten Termine und Bandnamen als Ausgangspunkt der Rekonstruktion dienen.
  • Wo sich die genaue Zuordnung nicht sicher belegen lässt, sollte sie offenbleiben.
  • Das ist kein Mangel der Geschichte, sondern Teil einer seriösen Auseinandersetzung mit ihr.
  • Gerade bei der unabhängigen Musikszene sind nicht immer alle Unterlagen erhalten geblieben.
  • Manche Flyer existieren nur noch in privaten Sammlungen.
  • Andere Erinnerungen sind in alten Forenbeiträgen oder persönlichen Fotos festgehalten.
  • Wer diese Zeit rekonstruieren möchte, ist deshalb auf viele kleine Hinweise angewiesen.
  • Jeder erhaltene Flyer, jede bestätigte Konzertliste und jede persönliche Erinnerung kann helfen, ein genaueres Bild zu zeichnen.

„Warum die unbekannten Bands genauso wichtig sind“.

  • Wenn ich mich mit The Draft und ihren Konzerten in Deutschland beschäftige, interessiert mich nicht ausschließlich die Band selbst.
  • Mich interessieren auch die Namen, die neben ihr auf den Plakaten standen.
  • Flutschfingers, The Universal Indicator, Second Monday, Waikiki Beach Bombers, Mongrel, Anyway, Jupiter Jones und Blank Promise stehen in den überlieferten Zusammenhängen für unterschiedliche Teile jener Konzertlandschaft.
  • Nicht alle diese Bands hatten denselben Bekanntheitsgrad.
  • Nicht alle verfolgten denselben musikalischen Ansatz.
  • Und nicht alle hinterließen dieselben Spuren in der späteren Musikgeschichte.
  • Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf sie.
  • Die Geschichte einer Szene besteht nicht allein aus den Gruppen, die Jahre später noch auf großen Bühnen stehen.
  • Sie besteht ebenso aus Bands, die nur wenige Veröffentlichungen herausbrachten, aus Projekten, die sich nach kurzer Zeit wieder auflösten, und aus Musikern, die später in anderen Zusammenhängen weitermachten.
  • Manchmal erinnert sich ein Konzertbesucher nach zwanzig Jahren noch an eine Vorgruppe, deren Namen damals kaum jemand kannte.
  • Manchmal wird eine kleine Band erst rückblickend interessant, weil einzelne ihrer Mitglieder später in anderen Projekten auftauchen.
  • Und manchmal bleibt ein Konzert vor allem deshalb in Erinnerung, weil die Atmosphäre stimmte, weil das Publikum aufmerksam war oder weil ein Abend unerwartet besonders wurde.
  • Diese Aspekte lassen sich nicht immer aus Archiven herauslesen.
  • Sie gehören zu den persönlichen Erinnerungen, die eine historische Recherche ergänzen können.

„Eine Zeitreise durch Punkrock und Post-Hardcore“.

  • Die Konzertspuren von The Draft aus den Jahren 2006 und 2007 erzählen von einer Band, die sich nach ihrer Gründung auf den Weg machte, ihr eigenes Publikum zu erreichen.
  • Sie erzählen von Clubkonzerten in verschiedenen deutschen Städten, von gemeinsamen Terminen mit Samiam, von Verbindungen zu Bands wie Jupiter Jones und von Auftritten bei Festivals wie Pukkelpop, Fallig Open Air, NSE Open Air und AREA4.
  • Sie erzählen außerdem von einer Szene, die von vielen Menschen getragen wurde.
  • Dazu gehörten Musiker, Veranstalter, Techniker, Konzertbesucher, kleine Labels und die Betreiber jener Clubs, in denen Bands auftraten, bevor sie vielleicht größere Bühnen erreichten.
  • Für mich als freiberuflichen Journalisten aus Nordrhein-Westfalen und als leidenschaftlichen Berufsmusiker ist diese Zeit deshalb mehr als eine Sammlung alter Daten.
  • Sie ist ein Stück Musikgeschichte, das sich aus vielen einzelnen Momenten zusammensetzt.
  • Die Namen der großen Bands bleiben häufig im Gedächtnis.
  • Die kleineren Gruppen geraten dagegen leicht in Vergessenheit.
  • Doch ohne diese Bands wäre die damalige Konzertlandschaft nicht dieselbe gewesen.
  • Wer sich mit The Draft beschäftigt, sollte deshalb nicht nur auf die Veröffentlichung von In a Million Pieces oder auf die Namen der Bandmitglieder schauen.
  • Es lohnt sich ebenso, die Tourdaten, die Veranstaltungsorte und die gemeinsamen Konzertabende genauer zu betrachten.
  • Denn manchmal liegt der eigentliche Wert einer Musikgeschichte nicht allein darin, wer auf der Bühne stand.
  • Er liegt auch darin, wer daneben spielte, wer im Publikum stand und wer sich Jahre später noch daran erinnert.
  • Und genau deshalb möchte ich diese Spuren festhalten.

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